9.2.2003 – Referat auf Einladung des IWK Wien
Vor einigen Wochen traf man sich am „Institut für Informationsverarbeitung in den Geisteswissenschaften“ (INIG) an der Uni Graz, um in Anwesenheit des Dekans über den organisatorischen Aufbau des Instituts zu sprechen. Es kam der Vorschlag auf, die Bezeichnung „GewiLab“ in Hinkunft nicht mehr zu verwenden und statt dessen von „INIG-Labor“ zu sprechen. Das erschien nur konsequent, war das GewiLab doch schon im März 2002 Teil des neu gegründeten Instituts geworden, dessen Aufgabe zunächst darin zu bestehen hat, seinen Fachbereich im Rahmen der Scientific Community wissenschaftlich zu definieren und in Theorie und Praxis zu vertreten. Diffuse, unklar abgegrenzte Arbeitsbereiche, „basisdemokratischer“ Gestus, informelle Entscheidungsstrukturen und vielfältige „Serviceleistungen“ auf unterschiedlichsten Levels passten augenscheinlich nicht in dieses Profil.
A Computer is Not (only) a Typewriter
Schon ein Gründungsdatum anzugeben ist im Grunde schwierig. Als 1992 eine Stelle am „EDV-Subzentrum der Geisteswissenschaftlichen Fakultät“ eingerichtet wurde, bestand bereits ein Set von Anforderungen, ein Park von Geräten und eine Gruppe von „Early Adopters“ rund um den Einsatz von Computertechnologie in den Geisteswissenschaften. Die Diskussion um „Quantifizierung“ in der Geschichtswissenschaft und die Entwicklung des Datenbanksystems Kleio hatte schon in den 80er-Jahren zur Ausbildung der „Historischen Fachinformatik“ in Graz geführt1. Auch in anderen Fächern wie den Translationswissenschaften, Pädagogik2, Germanistik3, Volkskunde oder Musikwissenschaft entstanden Kristallisationskerne für fachspezifische „EDV“-Anwendungen. So wurden von der Fakultät bereits Ende der 80er Jahre damals noch sehr teure Spezialgeräte angeschafft und zur Benutzung für alle MitarbeiterInnen in eigenen Räumlichkeiten aufgestellt4: Scanner, Workstations für Schrifterkennung5 und Textsatz für wissenschaftliche Publikation6. Die Notwendigkeit des Unterrichts von Studierenden der geisteswissenschaftlichen Fächer in „EDV“ wurde ebenfalls früh erkannt, wobei dem eklatanten Mangel an Ausbildungsplätzen abzuhelfen war. Da es am damaligen „EDV-Zentrum“ kaum entsprechende Kapazitäten gab, wurde ein Schulungsraum für ca. 20 Studierende auf der Basis eines eigenen Subnetzes und einem Server eingerichtet.7
Diese Entwicklungen vollzogen sich vor dem Hintergrund des Siegeszugs des PCs, der nun auch an den Arbeitsplätzen der GeisteswissenschaftlerInnen langsam Einzug hielt; auf diesen Geräten liefen MS-DOS, MS-Word, vielleicht GEM-Ventura.8 Bei den Hütern der Mainframes gab es wenig Verständnis, noch weniger Unterstützung für diese Entwicklungen: minimale User- und Schulungsräume9, kaum Support für die Anliegen der PC-User aus den fernen Geisteswissenschaften ließen die Idee reifen, zur Selbst- und Nachbarschaftshilfe zu greifen um eigene, kooperative Strukturen jenseits der „zentralen“ aufzubauen. Dem „Fakultätsbeauftragten für EDV“ gelang es 1992 zusammen mit dem Dekan eine Stelle einzurichten, die nach einigen Wirren nicht mit einem „Techniker“, sondern (programmatisch?) mit einem in Germanistik promovierten Autodidakten zu besetzen. Ehrenamtlicher Leiter der missverständlich mit dem Wortungetüm „EDV-Subzentrum der Geisteswissenschaftlichen Fakultät“ bezeichneten „Einrichtung“ wurde der Romanist Prof. Klaus Lichem, der (einzige) Mitarbeiter fand sich aus formalen Gründen am Institut für Germanistik angestellt und von diesem „geborgt“.10
Akademisches Start-Up ohne Venture-Kapital
Schnell entwickelte sich eine heterogene, kritische und selbstbewusste „Community“ rund um das Subzentrum, das seine Einrichtungen und Möglichkeiten rund um die Uhr allen11 öffnete, die Interesse am neuen Medium hatten, egal ob Studierende, WissenschaftlerInnen oder Kulturschaffende. Die Kapazitäten waren vorhanden und wollten von jenen genutzt werden, die sich durch individuell erworbene Fähigkeiten jenseits akademischer Qualifikation dazu ermächtigt fühlen konnten. In der Nische12, die sich auftat, zählten Know-How, Kooperationsbereitschaft und kritische Offenheit. Universitäre Hierarchien spielten eine untergeordnete Rolle, entscheidend waren die coolen Ideen und das gemeinsame Interesse an Computing und den Entwicklungen im Internet, die rasant hereinbrachen, denen gegenüber alle in gleicher Weise Lernende waren.
Gleichberechtigung, Autonomie, Selbstermächtigung wurden gestärkt durch die vermeintlich „basisdemokratischen“ Strukturen des Netzwerks. Erwerb und Verbreitung von Kenntnissen im Umgang mit den „neuen Medien“, Vergrößerung der Bandbreiten13, das Vorantreiben der Vernetzung galt als schon als Fortschritt; mehr noch die kritische, eigenverantwortliche und praktische Beschäftigung mit der dahinterstehenden Technologie.14 Der „digitale Lebensstil“, die Ideen der „Netznomaden“ und Cyborgs“15 erfassten auch die „Bewohner“ des „Subzentrums“. „Nachschicht“ war angesagt, die PCs waren rund um die Uhr besetzt, aus den „Usern“ differenzierten sich Gruppen mit speziellen Interessen.
Mit anderen arbeiten, von anderen lernen, Spaß haben
Es entstand eine neue Lebens- und Arbeitskultur am GewiLab. Fortgeschrittene Studierende beteiligen sich ehrenamtlich an den Arbeiten, bringen Ideen ein und setzen diese im Interesse der „Community“ auch um. Jede(r) kann von anderen lernen: gegenseitige Hilfe ist angesagt, die seit 1994 ihren Niederschlag in „Minikursen“ und Workshops findet, meist unentgeltlich geboten. Sie werden einem wichtigen Faktor der Diskussion und Weiterbildung. Der erste Minikurs trägt den Titel „Connected“16 und beschäftigt sich mit den damals brandneuen Internettechnologien. Natürlich kommen die „Games“17 in den langen Nächten18 nicht zu kurz; sogar Minikurse werden darüber zum Missfallen mancher gehalten. Die Palette ist sehr breit und reicht von Linux-Einführungen (1995) bis zu Workshops über E-Learning (2003).19 Man versteht sich auch aufs Feiern: Am Stammtisch „Cybersdorf“ geht’s oft hoch her, das „Otto-Fest“20 wird aus der Taufe gehoben und jährlich im Sommer gegeben.21 Und: der neue Name entsteht, in Anlehnung zu mehr oder weniger berühmten Vorbildern, beschreibt er doch besser, was passiert – schließlich fühlt man sich nicht mehr „sub“.22 Einer blieb meist im Hintergrund, tolerierte diese neue Netzkultur, war jedoch zur Stelle, wenn es galt, offene Probleme zu diskutieren, zu verteidigen, Streit zu schlichten: der Leiter des GewiLab, Prof. Klaus Lichem.
Neue Technologien, neue Ideen
Alles kann gemacht werden, und wir machen es schneller, intelligenter, unbürokratischer. 1993 beginnt Martin Schitter, ein am GewiLab vorläufig Angekommener, mit der Installation von Linux. Daraus entsteht der gewi.kfunigraz.ac.at, ein selbstverwalteter Server im Rahmen des GewiLab. Er wird schnell bekannt, als man beginnt, darauf Dienste wie Mail und Einwahl über Modem zu implementieren. „E-Mail für alle“ ist das Schlagwort zu einer Zeit, wo E-Mail-Accounts an der KFUG nur unter Absolvieren bürokratischer Schikanen für den Staff zu bekommen waren und große Mainframes beschäftigten, dazu NEWS, IRC und TALK – auf einem PC mit durchschnittlicher Hardware. Der Webserver folgt 1994 – vielleicht der erste an der KFUG, von vielen noch unbemerkt. Ein funktionierender, liberal geführter Benutzerbetrieb auf Netware mit intelligenten Image-Techniken ergänzen das Programm. Das damalige EDV-Zentrum gerät in die Defensive23, am GewiLab entstehen neue Perspektiven betreffend „Services für die Fakultät“, anknüpfend an der Idee der „EDV-Selbstversorgung“.
Das GewiLab zieht in diesen Jahren Interessierte aus Kunst und Kultur24 an. Manche sammeln hier ihre ersten Erfahrungen mit den neuen Technologien, versuchen deren Möglichkeiten auszuloten, mit ihnen zu spielen, Projekte entstehen, an denen sich das GewiLab beteiligt,25 wie etwa „taxis“26, die „Filmhomepage“ der Filmzeitschrift blimp27, kleinere Arbeiten wie die „Übertragung“ der Veranstaltung „bilderlos“ von Willi Hengstler28 aus dem Forum Stadtpark 1995. Das Forum Stadtpark hatte seinen ersten Internetauftritt unter der Adresse forum.kfunigraz.ac.at, die Anfänge von mur.at29begannen hier 1998,30 Veranstaltungen zu (Netz-) Kunst fanden statt.31 Auch später noch gab es zahlreiche Unterstützungen für Kunstprojekte.
Institutionelle Einbindungen, Veränderungen
Das GewiLab war von Anfang an, schon in Gestalt seines Leiters, der zugleich auch EDV-Beauftragter war, in die Entwicklungen an der Fakultät eingebunden und hat diese auch maßgeblich mitgestaltet. Über das Forum der „EDV-KoordinatorInnen“, das es schon seit Beginn der 90er Jahre gab, wurde die EDV-Anschaffungspolitik an der gesamten Fakultät abgestimmt, die weiteren Entwicklungen diskutiert und unter der erfahrenen Leitung Prof. Lichems, der über das Budget weitgehend autonom verfügen konnte, konsensuale Beschlüsse gefasst, die von allen mitgetragen wurden. Diese „Community“ bestimmte solidarisch über ein Jahrzehnt – jenseits rein technokratischer Überlegungen, wie an anderen Fakultäten – den Ausbau der IT-Strukturen an der Fakultät und trug maßgeblich zur wachsenden Akzeptanz der Leistungen auch des GewiLab bei. In deren Auftrag führte das GewiLab führte zwei Mal (1994 und 1995) eigene Ausschreibungen für Sammelbestellungen durch, da das EDV-Zentrum sich von dieser Aufgabe zurückgezogen hatte.
Die „EDV-unterstützte“ Lehre an der Fakultät wurde weitgehend über die Schulungskapazitäten des GewiLab abgewickelt. Man sah es als Aufgabe an, fachspezifischen Erfordernissen optimal gerecht zu werden. Pro Semester gab es eigene „Bulletins“ mit Lehrveranstaltungen, die seit 1996 auch im Netz publiziert wurden.32 Aus Studierenden bestimmter, fortgeschrittener und anspruchsvoller Lehrveranstaltungen „rekrutierte“ das GewiLab seinen Nachwuchs an ehrenamtlichen MitarbeiterInnen.33
Dem GewiLab wird es zu eng in den Räumen der Attemsgasse 8. Der einzige Userraum ist überbelegt, das GewiLab platzt aus den Nähten. Und das direkt unterm Dach, zwar mit Schloßbergblick, aber Raumtemperaturen über 35° C im Sommer, in Lehrveranstaltungen mit zwei UserInnen pro PC. Die Protestaktionen, Unterschriftenlisten, Plakate zeitigen Erfolg, Rektor Prof. Helmut Konrad, requiriert neue Räume im Universitätszentrum Wall.34 Die neuen Räume rücken das GewiLab mehr in die Öffentlichkeit und sorgen für neue Dynamik vor allem in Richtung der Fakultät. Das GewiLab, noch immer keine „Einrichtung“, wohl aber unübersehbar existent, beginnt im Service- und Support-Vakuum, das durch die Untätigkeit des EDV-Zentrums entstanden war, weiter Fuß zu fassen.
1997 wird auf Anregung von EDV-KoordinatorInnen durch Beschluss der Fakultät, die mit der mangelnden Vorort-Unterstützung und der Aufkündigung des Supports für Apple-Computer durch das EDVZ unzufrieden sind, die „Hotline“ eingerichtet.35 Um eine „Kontaktstelle“ erweitert wird sie zur Drehscheibe der Institutsunterstützung, dem heutigen IT-Kompetenzzentrum der Fakultät (ITK).36 Es existiert seit 1996 ein Novell-Netzwerk mit NDS, in das mehrere Institute eingebunden sind.37 1998, als Einsparungsmaßnahmen (schon damals…) die Existenz des GewiLab in Frage stellen, startet eine groß angelegte „Survive“-Aktion mit bewegenden Unterstützungserklärungen, die noch einmal deutlich machen, wie sehr die Einrichtung geschätzt und gebraucht wird.38
1998 beschließt die Fakultät in einer Art Torschlusspanik kurz vor dem Auslaufen des alten Gesetzes die Einrichtung des GewiLab nach UOG 1975;39 die Genehmigung des Ministeriums erfolgt am 24. August 1998.40 Der Status nascendi wurde nie überschritten: 1999 wurde das UOG 1993 in Kraft gesetzt – es sah keine derartigen Einrichtungen mehr vor, und das GewiLab wurde nicht in einen neuen Rechtszustand „übergeleitet“.41 Und so blieb es vorerst auch, wenngleich der „neue“ (und einzige) UOG93-Dekan, Prof. Walter Höflechner, immer mehr auf die Leistungen des Labors setzte und es vollends in die Fakultätsstrukturen integrierte. Es wurde als innovativer und dynamischer, aber identitätsstiftender Bereich der Geisteswissenschaften wahrgenommen, wenn auch in erster Linie in „dienender“ Funktion. Diese Einbindung hatte zur Folge, dass ab Ende 1998 die ursprünglich freiwilligen Dienstleistungen in steigendem Ausmaß honoriert und ein Stamm von MitarbeiterInnen aufgebaut werden konnte. Dahinter standen die von Geisteswissenschaften vertretene Idee der „Subsidiarität“ und ein „Schichtenmodell“ der IT-Infrastruktur, die auch in die Satzungen des UOG93 Eingang gefunden hat.42
Als Prof. Lichem mit dem Wintersemester 2001 in Pension43 ging, folgte ein kurzes „Interregnum“ unter der Geschäftsführung von Dr. Peter Langmann, bis schließlich aus dem Labor und dem „fachinformatischen“ Teil des „Forschungsinstituts für Historische Grundwissenschaften“ das INIG geboren wurde.44
Von GIS, KOMEL, EMIL, GNU, LAMM, anderen Tieren und (zu) vielen Hochzeiten
Ab 1997/1998 entstehen die Informationsservices der Geisteswissenschaftlichen Fakultät. Erich Stamberger hatte nach dem (temporären) Ausscheiden von Martin Schitter dem Labor aus der Patsche geholfen, übernahm 1996 unentgeltlich die Administration des Mailservers gewi.kfunigraz.ac.at und richtete Anfang 1998 den Webserver www-gewi.kfunigraz.ac.at ein. Er betreute die beiden Server bis Ende 2002 autonom und ehrenamtlich. Mit ihm hielt Debian Einzug am Labor, das er mit großer Konsequenz zum Aufbau ausfallssicherer und stabiler Dienste nutzte.45
Aus der intensiver werdenden Zusammenarbeit mit Prof. Hubert Stigler entstand das „Geisteswissenschaftliche Informationssystem“ (GIS), zunächst auf der Basis einer Publikationsdatenbank der Fakultät, die Prof. Erich Prunč digitalisieren ließ, und Benutzerstammdaten aus der zentralen Verwaltung der KFUG, die beide in „EMILE“46 integriert wurden. Von Christine Wassermann und Petra Steinkellner wurde ein Designkonzept für ein Webportal erarbeitet und dem Dekan Prof. Arno Heller vorgelegt. Nach dessen Annahme wurden sukzessive alle Websites der Institute auf den www-gewi.kfunigraz.ac.at transferiert und in das System eingepasst. Die Geisteswissenschaftliche Fakultät war damit die erste an der KFUG, die über ein modernes Informationssystem verfügte, das Funktionen wie „elektronische Visitenkarten“, MitarbeiterInnen-Listen der Institute, ein weit zurückreichendes Online-Publikationsverzeichnis usw. zusammen mit Online-Editierfunktionen bot.47
Die Einrichtung des Informationssystems war von Anfang geprägt von der Idee, den Angehörigen der Geisteswissenschaftlichen Fakultät ein niederschwelliges und auf die Bedürfnisse des Alltags perfekt zugeschnittenes Werkzeug in die Hand zu geben. Jede(r) konnte seine oder ihre Publikationen, die persönlichen Daten auf der „Visitenkarte“ eigenverantwortlich selbst modifizieren, Forschungsschwerpunkte definieren oder persönliche Sprechstunden eintragen. Ein Diskussionsforum wurde programmiert, ein datenbankgestütztes Messagingsystem entlang der organisatorischen Strukturen der Fakultät eingerichtet.48 Das System zur Erfassung und Beschreibung von Lehrveranstaltungen (KOMEL49) wurde im Jahr 2000 konzipiert, jedoch auf Drängen des EDV-Zentrums zurückgestellt, das das System OLPA zu entwickeln begann und es als Standard für die gesamte Universität beanspruchte. KOMEL startete daher um ein Jahr verspätet im Wintersemester 2001 und war immer noch das erste Studieninformationssystem an der KFUG, das sich heute nach wie vor allem wegen seiner „Usability“ großer Beliebtheit erfreut, inzwischen über Schnittstellen mit OLPA kommuniziert und die Daten wechselseitig abgleicht. Rund um KOMEL wurden weitere Funktionalitäten angelagert, welche Management und Workflow von Lehrveranstaltungen unterstützen und Services für Studierende bietet.50 Mit dem Datenbankmanagementsystem EMILE verfügt die Fakultät über Kerndaten aus dem Bereich Lehre, Personal und Publikationen mit historischer Tiefe.51 Wartung und Support wurden vom ITK übernommen.52
Dann geriet E-Learning ins Bewusstsein der Öffentlichkeit. Wieder war das GewiLab vorne mit dabei und wollte den Standpunkt der Geisteswissenschaften vertreten. Den Anstoß gab eine Veranstaltung mit Jeff McLaughlin (University of the Cariboo, Canada) Ende 1999.53 Das GewiLab wurde Partner im „Server:Projekt“, dessen Website54 es betreut und dessen „Content-Pool“55 es entwickelt hat und hostet. Eine Zeitlang glaubte man, eine Lernplattform betreiben zu müssen.56 Das Projekt EMIL
En passant gab es für Christine Wassermann noch einen „Zeitgeschichte-Tag“ 1999 auszurichten, dessen hervorragende Website, engagierte Online-Tagungszeitung und Publikation vielen im Gedächtnis ist. Oder sich kritisch Gedanken über die Zeitläuften zu machen: auf der vom GewiLab tragend mitorganisierten Tagung „Rechtspopulismus in Europa“ (2001).60 Es galt, die Science-Week 2000 zu gestalten, um den Geisteswissenschaften Öffentlichkeit zu verschaffen,61 den „Tag der Geisteswissenschaften“ zu designen und für „Public Awareness“ der vermeintlichen Orchideenfächer zu sorgen,62 von den Tagen der „Neuen Medien“ abgesehen.63
Zu viele Hochzeiten? Noch nicht genug. Das GewiLab wurde als Vertreter der Geisteswissenschaften im IT-Bereich, als das es auch an der Uni zunehmend Gehör fand, in (hochschul-) politische Gremien und Händel einbezogen. Eine fakultätsübergreifende Arbeitsgruppe IT-Strategie unter Leitung von Prof. Kropač unterzog die IT-Strukturen an der KFUG einer kritischen Revision, wurde in die Evaluation der Dienstleistungseinrichtungen im IT-Bereich einbezogen64 und erreichte schließlich die Neuausschreibung der Stelle des Direktors / der Direktorin des Zentralen Informatikdienstes. Kein Ende der Projektgruppen: VertreterInnen des GewiLab saßen – nicht immer sehr produktiv – in der Arbeitsgruppe FODOK65, in der „Projektgruppe Neue Medien“66, von OLPA67 und sonstwo.
Ausflüge in die Wissenschaft: Im Jahr 2000 wurde das Fakultätsprojekt „Language Server“ ins Leben gerufen, an dem unter wissenschaftlicher Leitung des Instituts für Sprachwissenschaft auch das GewiLab beteiligt ist. Dort entstanden neben der Datenbank LLOW68 einige interessante Projektzusammenarbeiten, etwa mit dem Projekt BADIP.69
Das D-Wort und andere Möglichkeiten, sein Auskommen zu finden
Dem GewiLab wurde und wird oft der Vorwurf gemacht, es verheize das kreative Potential seiner MitarbeiterInnen durch mediokre Servicedienstleistungen und verhindere die Chance einer akademischen Karriere. Tatsächlich: MitarbeiterInnen, nicht die schlechtesten, kämpfen mit ihrem akademischen Abschluss, nicht zuletzt, weil sie in ihrer Tätigkeit am GewiLab (manchmal nicht unwillkommene70) Selbstausbeutung betreiben. Das Engagement ist hoch, viele Arbeitsstunden werden nach wie vor ohne Abgeltung geleistet. Und das ohne Chancen auf eine dauerhafte Anstellung. Das mittlere Alter liegt um die Dreißig. Viele sehen ehemalige StudienkollegInnen an sich vorüber ziehen, das D-Wort ist Thema und Tabu im Einem: Wie steht’s um Deine Diplomarbeit?
Einige haben es geschafft, Firmen gegründet71, sind im Kulturbetrieb vorläufig sesshaft geworden72, sind selbständig oder haben Arbeit mit oder ohne akademischen Würden, an der Universität oder anderswo.
Backstage: Vieles hätte nicht passieren können, ohne das manchmal an den Rand der Selbstaufopferung gehende Engagement seiner MitarbeiterInnen und sein spezifisches Klima der Zusammenarbeit, des Umgehens mit den Studierenden, des „anything goes“.73 Das war zugleich auch sein Problem: informelle Entscheidungsstrukturen, unklare Perspektiven, Dominanz der Tagesanforderungen, mangelnde Abnabelung. Wie immer bei der Betrachtung von Organisationseinheiten: Das, wozu sich kein Link angeben lässt, keine Publikationsliste, bleibt gern – unbedankt – im Dunklen. Etwa die vorbildlich flexible und weitgehend digitalisiert-papierlose Büroorganisation (in GewiLab-Deutsch: „Ressourcenmanagement“), die Einebnung des Wegs durch die Widrigkeiten des Alltags, die unzähligen Stunden am Telefon des ITK, das Brüten über den Fehler uralter Hardware, die noch immer gebraucht wird, weil das Geld für Neuanschaffungen fehlt, die Hilfestellungen der TutorInnen für geschockte User, die Beschaffung des gemeinsamen Frühstücks.74
Das GewiLab, oder besser das INIG, sollte neue Chancen bieten, sich im angestammten Bereich auszubilden und einen Abschluss zu machen, in dem es das, was derzeit in der Praxis betrieben wird, in ein neues, wissenschaftliches Umfeld einbindet und so neue Perspektiven eröffnet. Der Weg ist schwierig und noch nicht geebnet. Wir arbeiten daran. Und wollen nicht vergessen, woher wir kommen und welchen Werten wir verbunden sind, noch blind vorwärts gehen, ohne zu reflektieren, was wir erreichen wollen.
Peter Langmann, GewiLab / INIG
Anmerkungen
1 Diesem Kreis entstammt übrigens ein erster Vorschlag für ein Studium der Informatik für Geisteswissenschaften Ende der 80er Jahre, der bedauerlicherweise nicht umgesetzt werden konnte.
2 Abgesehen von fachwissenschaftlichen Anwendungen betrieben die Erziehungswissenschaften und die Translationswissenschaften schon zu Beginn der 90er-Jahre ein Institutsnetzwerk auf der Basis von Novell. Das Literaturverwaltungsprogramm „EMILE“ wurde am Institut für Erziehungswissenschaften entwickelt.
3 Zum Computereinsatz in der Editionstechnik vgl. etwa Schwob, Anton , Karin Kranich-Hofbauer und Dieter Suntinger. Historische Edition und Computer. Möglichkeiten und Probleme interdisziplinärer Textverarbeitung und Textbearbeitung. Graz, 1989. Auch ein Datenbanksystem „Österreichische Literatur im Nationalsozialismus“ wurde im Rahmen eines FWF-Projektes konzipiert.
4 Das „Subzentrum“ befand sich im ehemaligen „Heizhaus“ der KFUG und wurde zunächst von Prof. Erich Prunč (Translationswissenschaften) und dann von Prof. Klaus Lichem (Romanistik) betreut.
5 Mit der Schrifterkennung „Optopus“ wurden u.a. von Prof. Rudolf Muhr Korpora zum „Österreichischen Deutsch“ gescannt.
6 Die „Urzelle“ des GewiLab war tatsächlich ein WC in der Mozartgasse 14, wo der jetzige Dekan eine Xerox-Textverarbeitungsmaschine aufgestellt hatte, die in Timesharing vergeben wurde. Diese wurde dann in die Obhut von Prof. Prunč übergeben, dem ersten Verantwortlichen des „Subzentrums“ im ehemaligen Heizhaus.
7 Mit der Einrichtung des Schulungsraums in der Attemsgasse 8 übersiedelten auch die „High-Tech“ Geräte 1990/91 dorthin. Der Server lief auf OS/2 und verwendete DecNet, das auch beim EDV-Zentrum zum Einsatz kam, als Client-Protokoll. Ein TCP/IP-Stack wurde ebenfalls angeboten. Über diesen konnte man staunend mit FTP Dateien von entfernten Servern kopieren oder mit den ersten Textbrowern in englischen Ausgaben der Bibel stöbern.
8 Begleitet von Publikationen wie etwa Krifka, Manfred und Bernd Gregor. Computerfibel für die Geisteswissenschaften. Einsatzmöglichkeiten des Personal Computers und Beispiele aus der Praxis. München: Beck, 1986.
9 Veteranen wissen zu berichten, dass man im Gegenzug zur Überlassung von Schulungsräumen am „Lehrgang für Rechtsinformatik“ Naturalleistungen im Form von Computerreparaturen anbot oder dass alle verfügbaren PCs am Institut für einen Abend requiriert werden mussten, um eine EDV-unterstützte Lehrveranstaltung abzuhalten. Wände wurden ehrenamtlich im Institutsauftrag durchbohrt um begehrte BNC-Kabel-Anschlüsse fürs Institutsnetzwerk zu legen.
10 Diese „Konstruktion“ außerhalb „normaler“ Institutsstrukturen (die damals noch fest gebaut schienen) und ohne klare formale Konstituierung ging bis mit einer kleinen Unterbrechung bis März 2002. Sie ist gleichermaßen die Ursache vieler Probleme und der Boden der relativ freien Entwicklung des „GewiLabs“.
11 Nach der „Herkunft“ wurde nicht gefragt; es wurden an die 100 Schlüssel ausgegeben, deren Eintreibung anlässlich der Übersiedlung ins UZ Wall erheblichen Aufwand erforderte. Zunächst gab es auch keine Zugangs- und Benutzungsbeschränkungen irgendwelcher Art.
12 Die Nische wurde gefördert durch eine günstige personelle und institutionelle Konstellationen: Der Leiter – obwohl oft anderer Meinung – bewahrte große Toleranz und ließ die Dinge sich entwickeln. Er schritt nur ein, wenn die Existenz des GewiLabs gefährdet schien. In den meisten Fällen überließ er die Führung der Einrichtung seinem Mitarbeiter, der selbst wiederum frei von institutionellen Zwängen handeln konnte.
13 Hin und wieder sieht man in den Räumen des Lab noch jemanden mit einem T-Shirt mit der Aufschrift „More Bandwidth“.
14 Vgl.der Ted Nelson zuschriebene Aufruf: „Computer Power to the People! Down with Cybercrud“, http://www.hackerethic.org/writings/hackerhistory.shtml [1.11.2003]
15 „I come from Cyberspace, the new home of Mind. On behalf of the future, I ask you of the past to leave us alone.“ John Perry Barlow (EFF): A Declaration of the Independence of Cyberspace, http://www.eff.org/~barlow/Declaration-Final.html [3.11.2003]
16 Martin Schitter: Connected. Eine Einführung in Internetworking am Beispiel des WWW-Servers gewi.kfunigraz.ac.at. (04.1995)
17 Hilzensauer/Ramsenthaler/Weikmann: Ludeamus igitur… Von Sinn und Unsinn von Computerspielen (30.4.96)
18 Userinnen taten sich die ganze Nacht in MUDs herum, neben sich einen (handgeschriebenen) Zettel mit Aufzeichnungen und Skizzen über Räume einer anderen Welt.
19 Charakteristische Titel: Informationen suchen – Informationen finden im Internet (1995), Mit dem Modem ins Internet (1994), Statistische Deklinationen. Ein Einstieg in SPSS anhand von Datenmaterial aus dem GEWI-LAB (1995), Linux I (1996), Typographie.Layout, Computerunterstützte Textanalyse, Schriftenerkennung mit OmniPage, Konkordanzarbeit- From Inspiration to Transpiration, Photoshop, Internet für HistorikerInnen, Happy Mailing. Mit PINE. Grundbedienung – Attachments – Adressbuch, Literatur im Internet, TCP-IP, das Protokoll des Internet, Zeitungs- und Zeitschriftenarchive im Internet, Latex – Einstieg in die andere Art der Textverarbeitung, PHP – Interaktives HTML usw.
20 Ein Beispiel http://gewilab.kfunigraz.ac.at/otto/ [3.11.2003]
21 Gemeinschaftliches Kochen im „Sozialraum“, Attemsgasse 8, stand auf der Tagesordnung, dank Christine Wassermann und Solveig Haring, Username: solways. Letztere verteilte gerne an Bahnhofautomaten gedruckte Visitenkarten mit einem Flugzeug und der Aufschrift „Always fly Solways“. Die Kultur der Usernamen blühte, manche kannte man besser unter ihrem elektronischen Nickname: Wer wusste schon, wie „Nano“ in real life wirklich hieß? Man las Peter Glaser: 24 Stunden im Internet. Frankfurt am Main: Zweitausendeins 1995 oder Howard Rheingold: Virtuelle Welten. Reisen im Cyberspace. Reinbek 1992.
22 Die Idee dazu stammt von Martin Schitter, der Kontakte zur ArchLab unterhielt. Natürlich ist es auch erlaubt, an andere Labs zu denken. Einige Namen jener, die die Nächte bevölkerten, seien hier erwähnt: Mag. Eric Hilzensauer, Wolfgang Spekner (Username: faber), Mag. Arno Heimgartner (heim), Mag. Ursula Sillaber, Mag. Christa Volleritsch (gadafi), Mag. Martin Weikmann, Dipl. Ing. Valentina Baumgartner (val), Horst Hörtner, Mag. Reinhard Puntigam.
23 Denkwürdig: eine „Vorladung“ beim EDVZ im Jahr 1994. Dem Leiter des GewiLab wird unter Androhung der Netzabschaltung untersagt, einen eigenen Webserver auf Linux-Basis zu betreiben, bevor das EDVZ den damals als „Standard“ geforderten Hyper-G installiert habe – was ohne Wirkung blieb. Ähnliches wiederholte sich anlässlich der Einführung der Netware-Directory-Services, wo man befürchtete, das GewiLab könnte den Root-Server an sich bringen. 1993 wurde aus Unzufriedenheit mit den Services des EDVZ erwogen, zusammen mit der Naturwissenschaftlichen Fakultät ein Benutzerzentrum in der Rittergasse zu errichten, was dann an der Absage der NAWI scheiterte.
24 Es gibt am gewi.uni-graz.at noch immer eine „Homepage“ des Direktors des AEC, Gerfried Stocker: http://gewi.uni-graz.at/~gerfried/ [3.11.2003]
25 „Das Gewi-Lab ist eine kleine Abteilung auf der Uni, in der schon in den letzten Jahren relativ viele Kunstprojekte nebenbei realisiert und unterstützt worden sind […] wir spielen mit der Technik, wir versuchen sie zu reflektieren und kreativ damit umzugehen.“ Martin Schitter im „Gespräch zu taxis“, 8.10.1995, http://www.kunstradio.at/1995B/taxisint.html [3.11.2003]
26 Das Projekt gibt es noch im Netz unter http://gewi.kfunigraz.ac.at/~gerfried/taxis/homer00.html. Dazu ein Bericht in der „UniZeit“ 1995, http://www.kfunigraz.ac.at/ainst/uz/595/5-95-06.html [3.11.2003]
27 http://gewi.kfunigraz.ac.at/~blimp/ [3.11.2003]
28 http://www.macguffin.at/Tbgrueck.htm [3.11.2003]
29 Was übrigens zu einigen Problemen mit dem EDVZ führte, das die Rechtmäßigkeit der Vergabe von Ressourcen des Aconet an Kulturschaffende über das GewiLab immer wieder in Frage stellte. Forum.kfunigraz.ac.at kam nur durch ein Versehen in die Nameserver der KFUG. Wir wurden zum Rektor zitiert, mussten Listen von Usern vorlegen, im Detail begründen und genehmigen lassen. Die Geschichte ging darüber hinweg – heute ist http://www.mur.at eigenständiger Partner und Knoten im Aconet.
30 Vgl. Tätigkeitsbereicht 1999/2000 des Vereins mur.at, http://verein.mur.at/berichte/jb2000_text_aa_32.pdf, S. 17 [3.11.2003]
31 Etwa die Veranstaltung: schau:prozess. KünstlerInnen und TheoretikerInnen zu Neuen Medien. Bernhard Lang / Winfried Ritsch, Thomas Feuerstein, Hubert Matt (in Zusammenarbeit mit dem Institut für Kunstgeschichte, Galerie am Institut, 1.12.1995). Alexander Schulgin sprach über „Kunst im Internet. Ist das möglich?“ (24.11.1998), Olja Ljalina über Netzkunst (vgl. Kleine Zeitung, 20.12.1998), Vuk Čosič über „Low Tech Media“ (6.5.1999), alle auf Einladung durch den Slawisten Herwig Höller.
32 http://gewilab.kfunigraz.ac.at/edvlv/ [3.11.2003]
33 Besonders wichtig in dieser Hinsicht waren Lehrveranstaltungen aus Historischer Fachinformatik und Germanistik.
34 Die räumlichen Veränderungen wurden nicht von allen Mitarbeitenden gleichermaßen begrüßt. Es gab heftige Diskussion über die Frage, ob das GewiLab damit nicht seinen Charakter einbüßen würde. Basisdemokratie wurde eingefordert.
35 Die fordernde Hotline-Tätigkeit hat eine Reihe von Personen „verbraucht“: Peter Mayr, DI Heribert Pistotnig, Robert Herzig, Mag. Petra Steinkellner, Andreas Hänsel, Mag. Andreas Pfuff, Walter Scholger, Markus Arras, Franz Gossleth, Martin Brugger.
36 http://www.inig.at/itk [3.11.2003]
37 Das Netzwerk, das erste Directory Service an der KFUG, gibt es immer noch; es verbindet die Institute für Romanistik, Translationswissenschaften, Erziehungswissenschaft, Musikwissenschaft, das GewiLab und das Dekanat. Seitens des ZID setzt man hingegen seit einiger Zeit auf Microsofts ADS und MS-Exchange.
38 Vgl. http://gewilab.kfunigraz.ac.at/interna/survive/survive.htm [3.11.2003]
39 Beschluss des Fakultätskollegiums vom 22.1.1998, http://gewilab.kfunigraz.ac.at/interna/history/beschluss.htm [3.11.2003]
40 URL: http://gewilab.kfunigraz.ac.at/info/bmwv.html [3.11.2003]
41 Man war am GewiLab gewohnt, mit derartigen Zuständen zu leben, zumal man ohnedies mehr an vernünftigen Lösungen denn an institutionellen Fragen interessiert war.
42 „Für die Zuordnung der Verantwortlichkeit innerhalb der IT-Infrastruktur der Karl-Franzens-Universität Graz und ihrer allfälligen Untergliederung gelten das Subsidiaritätsprinzip und das Schichtenmodell. […] Nach dem Schichtenmodell (siehe 5.3) können spezifische Lösungen vollständig von Organisationseinheiten in deren Verantwortung übernommen werden.“ Satzung der KFUG, § 5.1 bzw. § 5.3. URL: http://www.uni-graz.at/zvwww/gesetze/satz17.html
43 … und unter dem vielsagenden Motto „Adieu plancher des vaches!“ in einem großen Fest „verabschiedet“.
44 Das INIG, gegründet im März 2002 unter der Institutsleitung des Historikers Prof. Ingo Kropač, ist maßgeblich ein Kind des Dekans. Nach dem Rücktritt von Prof. Kropač Ende 2002 wird das Institut interimistisch vom Vorstand des Instituts für Sprachwissenschaft, Prof. Bernhard Hurch, geleitet. Als „Geburtstagsgeschenk“ erhielt das Institut neben zwei Stellen aus dem Forschungsinstitut auch Prof. Hubert Stigler vom Institut für Erziehungswissenschaften, der sich im Lauf der Jahre immer weiter in Richtung Informationsverarbeitung entwickelt hatte und damit die „Fronten“ wechselte; die Abstellung von Dr. Langmann bei der Germanistik wurde nach 10 Jahren beendet.
45 Seine Arbeit als Programmierer im Rahmen der „Romani-Projekte“ von Prof. Dieter Halwachs am Institut für Sprachwissenschaft und als Administrator am GewiLab brachte er zahlreiche neue Ideen aus dem Umkreis der Free Software Foundation, der Text-Encoding-Initiative und Open-Source-Projekten ein, die nicht immer (oder viel zu langsam) den fruchtbaren Boden fanden, den sie verdient hätten.
46 EMILE war ursprünglich eine Literaturdatenbank von Hubert Stigler, die sukzessive an die neuen Ansprüche adaptiert wurde.
47 Für die Publikationsdatenbank gibt es ein Lektorat, das Mag. Dr. Herbert Maierhofer in der Nachfolge von Mag. Eva Tropper betreut. Einen besonderer Broken stellt das Webportal dar; hier fallen laufend zeitaufwändige Aufträge an, denen sich neuerdings Martina Semlak, das jüngste Mitglied der Runde, annimmt. An diesem Job haben sich ebenfalls schon einige Personen (übrigens ausschließlich weiblichen Geschlechts) abgearbeitet: Mag. Petra Steinkellner und Christine Wassermann und Mag. Maria Ninaus.
48 Alle diese Dinge finden Sie unter der Adresse http://www-gewi.uni-graz.at [3.11.2003]
49 KOMEL ist ein Akronym für „Kommentiertes elektronisches Lehrveranstaltungesverzeichnis“.
50 Etwa: LV-bezogene Mailinglisten mit Subskription, ein Anmeldesystem für LVs, ein „Studienrichtungsnavigator“ mit den relevantesten Informationen rund um ein Studium, neuerdings Möglichkeiten, Zeugnisformulare und Anwesenheitslisten zu generieren, um damit die LV-LeiterInnen von Bürden organisatorischer Arbeit zu entlasten.
51 Das Publikationsverzeichnis reicht z.T. zurück in die 70er-Jahre, die Lehrveranstaltungen sind von 1996/97 archiviert.
52 Es ist, nebenbei bemerkt, immer wieder erstaunlich, wie lange Zeit Dinge brauchen, bis sie in den Lebens- und Arbeitsalltag als selbstverständlich integriert werden. Das GewiLab verfolgte immer die Ansicht, dass Systeme erst dann „fertig“ sind, wenn sie von den „Kunden“ angenommen sind und in deren Alltag Verwendung finden – vielleicht auch eine geisteswissenschaftliche Sichtweise von Informationsmanagement …
53 Vgl.http://gewilab.kfunigraz.ac.at/weitbild/events/odl/index.html [3.11.2003]
54 Vgl. URL:http://serverprojekt.fh-joanneum.at/sp/index.php [3.11.2003], betreut von Marcus Veit, der dafür ein datenbankgestütztes Redaktionssystem entwickelte.
55 Beispielhaft gebaut von Dieter Schicker, Institut für Sprachwissenschaft und Administrator des Datenbankservers buti.uni-graz.at mit Postgres: http://enm.uni-graz.at [3.11.2003]
56 … fiel damit durch die unglückliche Auswahl von Hyperwave auf die Nase.
57 EMIL steht für „Elektronische Medien in der Lehre der Geisteswissenschaften“, vgl. http://grips.uni-graz.at. Ein Projektziel ist die Erstellung eines Handbuchs für E-Learning in den Geisteswissenschaften, das zur Zeit von der Projektleiterin Iris Hipfl fertig gestellt wird.
58 Besonders interessant das Projekt „LELEO“ (Online-Lehrgang Webliteracy) von Iris Hipfl, das sich erstmalig mit dem Problem des Erwerbs von Internet- und Medienkompetenz bei Studierenden beschäftigte.
59 Die Väterwidder waren Hubert Stigler und Dieter Schicker, die sich die notwendigen Kenntnisse in Java und XML erwarben, die Mutterschafe Dr.Isabel Landsiedler vom Treffpunkt Sprachen der KFUG, die zusammen mit einer Herde von ÜbungserstellerInnen für die Inhaltsstoffe sorgte (Sprachübungen und Klassifikationen nach internationalen Standards) sowie Iris Hipfl, die das LAMM mit XML-codierter Nahrung großzog. Das Tier hat sein Zuhause unter der Adresse http://languageserver.uni-graz.at/lamm. Es freut sich auf Ihren Besuch.
60 Tagungsleitung und Herausgeber des Tagungsbandes: Prof. Wolfgang Eismann, Institut für Slawistik. Vgl: http://www-gewi.kfunigraz.ac.at/rpop/ [3.11.2003]. Der Tagungsband: Wolfgang Eismann (Hg.): Rechtspopulismus: österreichische Krankheit oder europäische Normalität? Wien: Czernin-Verlag 2002. Von Seiten des GewiLab im Einsatz rund um die Uhr Katharina Prexl und Mag. Natascha Luconnajakis, eine Zeitlang am GewiLab als Sekretärin tätig.
61 Vgl.: http://www-gewi.uni-graz.at/faculty/scienceweek/index.html [3.11.2003]. Maßgeblich gestaltet von Mag. Marcus Wiesner und Christine Wassermann.
62 Vgl.: http://www-gewi.kfunigraz.ac.at/tdg/, Gesellenstück von Martina Semlak.
63 Vgl.: http://grips.uni-graz.at/index.php?show=1025 [3.11.2003].
64 Vgl. den Abschlussbericht der Fa. Infora: http://www.kfunigraz.ac.at/senat/allgemeines/beschluesse/word/bericht%20_dle_abschlussbericht.doc [3.11.2003].
65 Vgl.: http://www.kfunigraz.ac.at/fodok/team/ [3.11.2003].
66 Vgl.: http://www.kfunigraz.ac.at/iuk_lehre/pg.html [3.11.2003].
67 Das etwas unglückliche Projekt („Organisation der Lehr- und Prüfungsadministration“) verbrauchte unzählige Sitzungsstunden, gab zu allerlei Wortspielen Anlass (Hopla, Stolpa), forderte schließlich Köpfe und heißt jetzt neudeutsch ISIS.
68 Vgl. http://languageserver.uni-graz.at/llow, inhaltlich verantwortlich: Prof. Dieter Halwachs, Datenbankpflege Mag. Bernhard Scheucher, technische Umsetzung Dieter Schicker [3.11.2003].
69 Vgl. http://languageserver.uni-graz.at/badip. Spiritus rector dieser Zusammenarbeit, auch mit anderen Projekten im Rahmen des Language Servers ist der Datenbankadministrator, technische Koordinator und passionierte Träger von Linux-T-Shirts („Bow befor me, for I am root“) Dieter Schicker. Einkaufstipp: http://www.thinkgeek.com/tshirts/frustrations/58f5/ [3.11.2003].
70 GeisteswissenschaftlerInnen aus bestimmten Generationen sind ja immer noch der altmodischen Ansicht, dass „Karriereplanung“ eine Sache für BWL-Studenten ist und man seinen Sinn – abseits der Jobs – in anderen Dingen des Lebens finden sollte.
71 Prominent, weil vielfach ausgezeichnet: http://www.wukonig.com (Jörg Wukonig, Mag. Reinhard Posch), die Mavas (http//:www.mava.at)
72 Wie Christine Wassermann, http://www.celerys.org und http://www.midihy.org.
73 Auf Parallelen zur Kultur der Start-Ups wurde bereits hingewiesen. Einen kritischen Blick bietet Alexander Meschnig: www.revolution.de. Hamburg: Rotbuch 2001. Sehr lesenswert, was die Veränderung der Arbeitsformen durch die Open-Source-Bewegungen angeht, ist angeht, ist Gundolf S. Freyermuth: Die neue Hackordnung. Aus der Open-Source-Geschichte lernen. c’t 21(2001), S. 270, online unter http://www.heise.de/ct/01/21/270/default.shtml [4.11. 2003]
74 Walter Scholger, Herr der Ressourcen im Life-Rollenspiel des GewiLab, Markus Arras mit stets einem guten Wort an der ITK-Strippe, Franz Gossleth, schweigender Laokoon im Kampf mit der Hardware, Martina Semlak, an den (HTML-)Unkenntnissen der InstitutmitarbeiterInnen verzweifelnd, Herwig Lisec, Katharina Prexl und Heli Hierzegger als Christophoren in digitalen Nöten, Martin Schitter mit der auf Userbedürfnisse maßgeschneiderten CD-Brennerstation Prometheus und Ansprechpartner für Einfaches und Schwieriges.
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