(3) Über den Mauriapass nach Ampezzo


Von Pieve nach Ampezzo. 52km, 990hm, Radweg bis Lorenzago, danach SS52 Carnica.

Heute geht es über Calalzo und Lorenzago di Cadore und den Passo della Mauria nach Ampezzo (Dimpeç / Petsch). Zunächst ein kurzer Stopp im Zentrum von Pieve, um an der Piazza Tiziana des berühmten venezianer Malers zu gedenken. Danach fahren über den Lago di Cadore zum langen Anstieg Richtung Lorenzago. Aber, wo bitte ist der See? Wasser ist auch hier Mangelware…

In der Mitte der Flanke befindet sich ein monströses, offenbar verlassenes Stadion – Brutalismus pur. Erinnerungen an z.B. Busludja (Bulgarien) werden wach, eine Erkundung des zugänglichen Baues ist Pflicht.

Nach einer kurzen, extrem steilen Rampe erscheint der wunderschöne Dorfplatz von Lorenzago di Cadore mit der Kirche in der Mitte. Alte Steinhäuser säumen den Platz und geben ihm eine kompakte Struktur. Papst Johannes Paul II. und sein Nachfolger Benedikt XVI. verbrachten mehrmals ihre Sommerurlaube in Lorenzago…

Ein Cafè am Platz ist sehr willkommen; neben uns hocken Männer mit dem ersten Glas Wein des Tages, begleitet von Musik aus dem Handy. Ein wandernder, einsamer Händler will uns österliche Artikel verkaufen – leider kein Kofferraum am Fahrrad 😉 Die Kellnerin bemüht ihr Deutsch.

Auf der Hauptstraße SS52 Carnica geht es hinauf zum Mauria-Pass. Gegen Ende sind die Tornanti numeriert – es sind fünf. Nach einigen motivierenden Zuckerln endlich die Passhöhe mit Blick auf Schneereste.

Nachdem wir uns ordentlich eingepackt haben (es ist kalt und regnerisch), verlassen wir das Cadore in Richtung Karnien (Region Friaul-Julisch-Venetien) – und treffen gleich auf die Quelle des Tagliamento. Hurtig geht es bergab, bergab, bergab. Forni di Sopra, Forni di Sasso, dann plötzlich wieder ein Anstieg, ein Tunnel, ein Pass (Cima Corso, 860m), dann aber Abfahrt nach Ampezzo. Wir werden von zwei älteren Frauen begrüßt, die uns „Buon pasquale“ wünschen, und freuen uns über den netten Ort mit den vielen blauen Wandmalereien.

Ampezzo ist ein alter Ort (erste Erwähnung 762), der zunächst langobardisch, dann fränkisch und bairisch war, bis er dem Fürstpatriachat von Aquilea zugeschlagen wurde. Ab 1420 kam Ampezzo zu Venedig. Während des 2. Weltkriegs wurde im September 1944 die Zona Libera della Carnia e del Friuli ausgerufen, die sich drei Monate halten konnte.

WIr checken in der sehr netten Residenza d’Epoca Grimani ein, danach – einen Fußmarsch außerhalb Ampezzos – die dritte Pizzeria (Al Greco): Genug Pizza für unsere Reise!

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