Ja, noch gibt es einen gelernten Schildermaler in Österreich. Er sei der Letzte, sagt Herr Samuel in der Mühlgasse im Wiener 4.Bezirk. Steigt mal hinunter zur Werkstatt im Souterrain, taucht ein in andere Zeit, wo Buchstaben einzeln von Hand gezeichnet und gemalt wurden. Jeder Schildermaler hatte seinen eigenen Stil, Handwerker und Künstler in einem. Die Farben beinhalten Gift, halten aber jahrzentelang der Sonne stand. Herr Samuel liebt sie und verachtet die Neuen.
Die Arbeit brauchte Zeit, die kostbaren Schilder sehr viel davon. Jedes einzelne einzigartig, daher war auch das Stadtbild jener Zeiten bunter und vielfältiger, persönlicher. Als mögliche Analogie fallen einem die heutigen Grafitti ein…
Herr Samuel hat nicht bloß Schilder, auch Schilderungen und Geschichten, er fotografiert mit wachen Augen und zeigt gerne seine zahlreichen Fotobücher.
Der 3D-Effekt entsteht durch die Holzschnittarbeit, die dem bemalten Glas hinterlegt wird. Welch kunstvolle Arbeit!
Und weiter…
zur Albertina, zum Wienmuseum, ins MAK. Da können einem schon mal die Beine schmerzen und sich Unterzuckerung bemerkbar machen. Aber der Kopf bleibt bei der Sache – bis zum Café Alt Wien.
„Du sollst Dir ein Bild machen“ – naja.
„Isotype“ – fünf Sterne!
„Helmut Lang“ – MAK. Nichts für mich.
„Du sollst Dir ein Bild machen“ (Künsterhausverein Wien) – schon ein wenig zu plakativ, die Ausstellung…