Pyrenäen #11


10.9.2023 – Von Carcassonne nach „La Pineda“ im Minervois

Die Route (41 km)

Welch ein Anblick!

Es hat sich bewährt: Früh austehen, ein schnellen Kaffee und dann Besichtigung. So lasse ich also mein Zelt stehen und mach mich zur Cité auf. Und werde mit wunderbaren Blicken auf die Altstadt belohnt. Obwohl ich weiß, dass die Stadt im 19.Jahrhundert ziemlich verfallen war und von Eugène Viollet-le-Duc ab 1853 (recht brutal) restauriert wurde, obwohl die Stadt jährlich von Millionen Besucher:innen überschwemmt wird. Angeblich wohnen noch an die 200 Menschen innerhalb der Mauern. Im Mittelalter waren es 3.000 bis 4.000. Alles andere ist Kulisse – aber welche! Und natürlich: Weltkulturerbe.

Die Festung von der Stadt aus mit der alten Brücke über die Aude

Ich streife umher, umrunde die Burg innerhalb des doppelten. unüberwindlich scheinenden Mauerrings. In Wikipedia ist zu lesen, dass der Ort Colonia Julia Carcaso im 1. Jahrhundert von den Römern gegründet wurde, die Bewohner:innen das römische Bürgerrecht hatten.

Carcassonne unter dem widerständigen, sagenumwobenen Raimund-Roger Trencavel war eine Hochburg der Katharer, musste sich aber nach der Gefangennahme von Trenceval geschlagen geben. (Vorbild für Parsival?)

Nach der Stadttour und einem Kaffee ein leichter Durchhänger. Einen Moment lang überlege ich, mit dem Zug nach Narbonne zu fahren, doch schließlich siegt der Ehrgeiz, die ganze Strecke mit dem Rad zu fahren. Es ist schon Mittag, egal. Einen Campingplatz suchen, zusammenpacken, aufsitzen, los geht es nach Tarbès, dann entlang des Canal di Midi. Eine beschauliche Strecke – klare Empfehlung.

Bei Blomac beginnen die Weinrieden des Minervois. Karges Land, niedrige Weinstöcke, dunkelblaue, üppige Trauben. Im Weinort Moux könnte man es gemütlich haben, aber der Campingplatz liegt am Hügel. La Pineda ist wunderschön, es duftet nach Pinien und den Kräutern des Mittelmeers. Sanfter Wind in der Nacht. Und ein excellenter Salat zum Abendessen, samt Bier und Wein.

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