Durch die Pyrenäen


Vom Atlantik zum Mittelmeer per Rad in 13 Tagen. 704 km, 8.800 Höhenmeter, 54 Stunden reine Fahrzeit, 31.8. – 12.9.2023.

Zunächst mit dem Zug über Zürich, Basel, Strassbourg nach Bordeaux. Um die Tickets (inklusive Fahrrad) zu bekommen, brauche ich drei verschiedene Apps. Und muss die Tour umplanen, um noch Stellplätze in den TGV-Zügen zu bekommen. Kosten für Hin & Zurück: 560€.

Schließlich starte ich in St.Jean de Luz. Der Weg führt zunächst durch das französische Baskenland (baskisch: Euskal Herria), dann ins historische Béarn (Sauveterre de Béarn, Navarrenx, Pau), durch die Bigorre (Lourdes), Ariège (Foix), das Departement Aude (Carcassonne). Danach geht es ins Minervois (Wein!) und über die Corbières ins alte Roussillon (Perpignan), wo dann der Zug auf mich wartet.

Die Namen klingen, es sind alte Namen, die sich noch von den Grafschaften des Mittelalters herleiten, aber noch immer lebendig sind, trotz aller neueren Departements- und Regionengliederung. Die südlicheren Teile, wie z.B. Foix, erinnern an die Katharerbewegung und deren anfängliche Unterstützung durch die Grafen und Vizegrafen der Region. Nahe bei Foix liegt Montségur, der letzte Zufluchtsort der Rebellen vor deren endgültiger Vernichtung durch den katholischen Kreuzzug.

Und da sind die Pyrenäen, wild, kantig, mit malerischen Schluchten, unzähligen Höhlen, fordernden Pässen und – ein besonderes Juwel – dem Cirque de Gavarnie.

Béarn

Bigorre

Ariège

Aude

Baskenland

Tag 0, Zwischenstopp in Strassbourg

Stadtansicht
Altarraum des Münsters
Eine Kundgebung vor der Kirche
Blick auf das Münster
Die Ill

Dahin wollte ich ohnehin schon längst mal. Sympathische, lebendige, europäische Stadt, durchzogen von Wasserläufen. Am verbleibenden Nachmittag eine Schnelltour zum berühmten Münster und dann raus zum europäischen Parlament, der Vertretung der Völker der Union. Vorbei an ARTE. Strassbourg beherbergt auch den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte.

Straßburg blickt auf eine bewegte Geschichte zurück. Gallische Siedlung, römischer Außenposten (Argentoratum), früher Bischofssitz, Stadt der „Straßburger Eide“ (Latein / Althochdeutsch / Altfranzösisch), seit 1262 unabhängig vom Bischof. Stadt der Zünfte, der rivalisierenden Familien Zorn und Mühlheim, Stadt des Buchdrucks, der Reformation und der religiösen Toleranz. Was die Bürger jedoch nicht daran hinderte, am 12.Februar 1349 unter den Juden der Stadt ein Massaker anzurichten, eines der ersten Pogrome in Deutschland.

Die Reformation kam schon 1521 in die Stadt, 1524 übernahmen die Bürger die Oberaufsicht über die Kirche, 1529 wurde die Hl. Messe verboten, 1530 bekannte sich die Stadt zur Reformation mit eigenem Bekenntnis (Confessio Tetrapolitana).

1681 kam Straßburg zu Frankreich, behielt jedoch weitgehend seine Eigenständigkeit. 1792 entstand hier die Marseillaise.

Das Münster ist ein Bauwerk der Bürger der Stadt, die der Kirche die Bauleitung abgenommen hatten und im „Frauenwerk“ die Fertigstellung selbst organisierten. Über drei Jahrhunderte war der Turm das höchste Bauwerk der Welt.

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