5:00. Nach einer längeren Betrachtung des abnehmenden Monds und einem Kaffee mache ich mich auf, ich will vor Sonnenaufgang im Cirque sein. Dorthin führt nur ein Wanderweg, ca. eine Stunde dauert es bis zum Talschluss. Einen Teil mit dem Rad, dann zu Fuß. Keine Autos, wie schön! Und am Ende bloß ein einziges, in die Jahre gekommenes Hotel. Sonst: Natur. Langsam wird es hell.
Nach der Hotellerie de Gavarnie noch ein schönes Stück über Matten, Felsblöcke, an Schafen vorbei bis zum Wasserfall. Und um diese Tageszeit treffe ich nur wenige Menschen.
Leider wird es nichts aus dem Morgenrot, die Sonne erreicht den Talboden nicht, die Luft ist feucht und diesig. Der Anblick des Talrunds, des höchsten Wasserfalls Europas und die absolute Stille ist dennoch beeindruckend. Die Berge dahinter sind über 3.000 Meter hoch, sie bilden auch die Grenze zu Spanien.
Nach dem Mittagessen, als die Sonne den Talboden erreicht, mache ich mich nochmals auf und laufe hinauf. Diesen Anblick kann ich mir einfach nicht entgehen lassen.
Der Wasserfall speist sich aus einem unterirdischen Gletschersee sowie Schmelzwasser und donnert talwärts. Im freien Fall des Wassers bilden sich Vorhänge, durchsetzt mit Schlieren, Zusammenballungen von Wasser.




