2.9.2023 – Von Sauveterre nach Gurs

Die Route, diesmal nur 27 km
Gewitter in der Nacht, alles feucht am Morgen. Man tröstet mich: Es wird morgen schön, die ganze Woche sonnig. Erstmal in einem Regenfenster den Reifen repariert unter Mithilfe der Campingleute, die einen Kompressor haben. Ein Glück: Der Druck hält.
Sauveterre: ein malerischer Ort auf einem Fels über dem Fluss, absolut sehenswert. Im Fluss tummeln sich Paddler. Der Pont de la Légende ist berühmt, weil hier 1170 ein „Gottesurteil“ an Königin Sancie vollzogen wurde. Sie war angeklagt, am Tod des neugeborenen Sohn des eben verstorbenen Vicecomptes schuldig zu sein, wurde unter Beisein von 3000 Personen von der Brücke aus gefesselt in den Fluss geworfen und überlebte.
Am Marktplatz ein Vietnamese, gut für ein Mittagessen, nette Unterhaltung wechselnd auf Französisch und Englisch. Nach einigen Einkäufen der Entschluss: es muss weiter gehen. Also das feuchte Zeugs eingepackt, ein kurzes „au revoir“.
Es wird eine einfache Tour, flach und unaufregend. Auf der Strecke liegt Laàs, von dem ich schon gelesen habe. Es ist mit kaum 150 Einwohner:innen ein eigenes „Fürstentum“ (Principauté), ausgerufen durch den umtriebigen Bürgermeister, der mit der Politik des Präsidenten nicht einverstanden war.
Man passiert ein Zollhäuschen und steht dann staunend vor der Haus der Principauté, an dem Mairezepte aus aller Welt auf Keramikfliesen angebracht sind.
Im Haus gibt es Baskenmützen, Espadrillos, lokal gebrautes Bier, Makhilas (die baskischen Gehstöcke) – und einen Fürstenthron.
Und es gibt hier den Laàs-Vegas-Boulevard, wo bekannte Menschen mit Bezug zum Ort verewigt worden sind.
Weiter geht es nach Navarrenx (die Festungsanlagen sind Weltkulturerbe) und dann nach Gurs, da ich (durchnässt) ausnahmsweise ein Zimmer gebucht habe. Ein wunderbares Haus, ein außergewöhnliches Zimmer und sehr nette Leute. Gleich erfahre ich, dass abends ein Dorffest steigt, wo es gutes Essen gibt. Der Mann ist Radler und zeigt mir seine Schätze. Ich trockne meine Sachen.








