9.9.2023 – Von Foix nach Carcassonne

Die Route (90 km)
Die Grafen von Foix waren ein bedeutendes Adelsgeschlecht, dessen bekanntester Vertreter Gaston III Fébus, bekannter Förderer höfischer Kultur. Foix war ein Stützpunkt der Katharer-Bewegung, die auch von den Grafen unterstützt wurde. Später sympathisierte Foix mit den Hugenotten, musste sich aber schließlich dem französischen König geschlagen geben und wurde 1589 zur „Krondomäne“.
Ein beeindruckender Ort an der Ariège, der von der dominanten Burg überragt wird. Selbst von den engsten Gassen aus sind die Türme sichtbar. Es beginnt gerade das morgendliche Treiben, die Cafés haben gerade geöffnet. Auf eine Besichtung der Burg selbst verzichte ich für einen weiteren Kaffee, eine Rundfahrt durch die malerischen, schmalen Gassen und eine Visite von St.Volusien.
Über Vernajoul geht es zunächst Richtung Norden, dann nach Westen, über flaches, leicht hügeliges Land, durch Coussa (netter Ort). Gerade, als sich der Hunger bemerkbar macht, radle ich in Mirepoix in der Hoffnung auf ein geöffnetes Lokal ein (bescheiden wird man mit der Zeit). Zunächst eine Platanenallee, dann die Überraschung. Mitten im Nirgendwo ein außergewöhnlicher, wunderschöner rechteckiger Marktplatz mit sichtlich uralten Fachwerkhäusern, darunter Galerien mit Lokalen. Ein Haupttreffer. Platz nehmen, Menu du Jour s.v.p.
Viel Interessantes zu Mirepoix gibt Wikipedia nicht her, egal. Mehr schauen, weniger lesen! Ich sehe mich um: Verschwunden sind die Familien, haben den Pensionisten mit Enkelkindern Platz gemacht.
Weiter auf der Eisenbahnstrecke… schließlich hab ich noch 40 km bis Carcassonne. Es beginnt der Gegenwind, das Land ist sichtlich ausgetrocknet.
Nach Montréal (noch ein Bier!) werden die Ortschaften reicher, die Häuser stattlich. Man merkt, Carcassonne rückt näher. Nach einigen Verführungen in die Hügel durch Komoot sehne ich mich nach der finalen Abfahrt, das Ziel liegt doch am Fluß Aude!
Der Campingplatz ist riesig (kein Wunder), unpersönliche Abfertigung (kaum anders zu erwarten), sogar eine Zeltnummer und ein Armband bekomme ich. Aber: Ich kann die Cité sehen, und der Blick ist umwerfend. Eine riesige Burganlage (das Carcassonne-Spiel übertreibt nicht) ragt beherrschend über dem Ort.
Schnell Zelt aufgebaut, essen und dann vor Einbruch der Nacht noch zur Burg, die sehr schön beleuchtet ist. Nach längerem Suchen finde ich doch einen Platz für ein brauchbares Foto.







