Nach Osijek


Weiter geht’s! Nachdem Didi für ein gutes und reichhaltiges Frühstück gesorgt hat. Ziel: Osijek / Esseg.

Auf der Strecke: Die Draumündung, Aljmaš (Marienheiligtum), der Nationalpark Kopački Rit.

Viel Grün an der Donau. Die Mündung der Drau wäre besser vom Wasser aus zu betrachten. Hier lebt eine eigene Community offenbar in Selbstorganisation. Es geht nun auf sandigen Wegen durch die Auen. Mittag auf der Bauštela, mitten im Industriegebiet vor Osijek. Was isst man hier: Klar, Pleskavica! Groß, würzig, fett …

Wir ziehen eine sehr schöne Wohnung ein und haben noch viel Zeit für einen Rundgang durch die Stadt, die uns gefangen nimmt. Sie erstreckt sich in die Breite mit vielen Grünflächen, Bäumen, kaum Hochhäusern und unglaublich vielen Jugendstilbauten. An manchen sieht man noch Einschusslöcher, viele sind gut abgelebt. Und: es gibt kein richtiges Zentrum, bloß die alte, massive Festung aus k.u.k.-Zeiten an der Drau (Tvrđa). Drum herum Grünflächen, kein Glacis.

Das ehemalige „Colonia Aelia Mursa“ ist im 5./6.Jh. untergegangen, deren Steine leben jedoch in den im Mittelalter errichteten neuen Anlagen fort. 1526-1687 waren die Osmanen hier. Die Bedeutung der Stadt unterstreicht eine unter Süleyman dem Prächtigen erbaute, acht Kilometer lange Holzbrücke über die Drau.

Unter den Habsburgern wurden zur Sicherung der Militärgrenze neben Kroaten auch viele Deutsche, Ruthenen, Slowaken, Walachen, Tschechen etc. angesiedelt. Aus dem Völkergemisch entwickelte sich das „Essekerisch“ („Osijeker Deutsch“).

Es wurde ein langer Rundgang durch die Stadt mit Bier in der Festung und Abhängen mit Pizza an der Drau samt Sonnenuntergang im aufsteigenden Nebel. Zum Glück haben wir dann unsere Räder auch wieder gefunden.