Pécs/Fünfkirchen/Quinque Ecclesiae/ Sopianae


Auf geht’s mit dem Zug von Graz – Szentgotthárd – Szombathely nach Pécs/Fünfkirchen/Quinque Ecclesiae, Sopianae zu römischer Zeit. Der Regionalzug rattert und schaukelt wie eine Postkutsche, und er braucht mit sieben Stunden ähnlich lang – aber ganz ohne Verspätung.

Die Stadt empfängt mich freundlich, schon der stattliche Bahnhof mit seinen Holzbögen und -toren ist ein Blickfang. Nach dem Einchecken im Hotel Szinbad (das muss sein!) eine Stadtrunde, die natürlich beim Barbakan mit der viertürmigen Basilika St.Peter und Paul beginnt, deren Fassade italienisch anmutet. Man steht auf historischem Boden, die Grundmauern stammen aus spätrömischer Zeit. Darunter liegen teils bemalten Grabkammern eines frühchristlichen Friedhofs (UNESCO-Weltkulturerbe). Hinter der Kirche befand sich die erste ungarische Universität (1367). Die Stadt war ein Zentrum des ungarische Unitarismus, hier fand unter türkischer Herrschaft die „Fünfkirchner Disputation“ zwischen Reformierten und Unitariern statt. Nach dem Zuzug deutscher Siedler nannte man die Gegend um Pécs früher auch „Schwäbische Türkei“.

Zwei Moscheen stehen in der Stadt, die Gazi-Khassim-Moschee am Hauptplatz wurde zur christlichen Kirche umgebaut, die Moschee des Paschas Jakowali Hassan dient als Museum. Auch die Synagoge (1869) überstand die Wirren des Weltkriegs.

Wunderbar der großzügige Hauptplatz (Széchenyi-tér) mit dem berühmten Zsolnay-Brunnen, immer ein Hingucker sind die oft übeerbordernden Fassaden der alten Häuser im Sezessionsstil.

Ein besonderes Highlight: Das Areal der Porzellanfabrik Zsolnay, das heute auch für Veranstaltungen genutzt wird.