Nach Frymburk / Friedberg


Nach dem Abschied von den Wirtsleuten und der französische Bulldogge trennen sich unsere Wege, weil ich nicht auf den Schwarzenbergschen Schwemmkanal und den Hirschenbergen Tunnel verzichten kann.

Abschied von Lenora

Route gecheckt, wieder mal „Weg“ gewählt, der sich ab Černý Kříž als Irrweg herausstellt. Neue Route eingestellt, dann stellt sich eine Baustelle in den Weg. Kein Durchkommen bei Nová Pec. Noch ein kleiner Umweg, dann geht es auf einem gut fundamentierten „Weg“ (Kanalbegleitstraße) den Schwemmkanal entlang nach oben. Der Kanal hat ein Gefälle von etwa 3%, das Radeln ist beschaulich – meditativ, links der Kanal, rundherum lichtdurchfluteter Wald. Der Kanal, über 50 km lang, ist ein gradioses Bauwerk, das schon 1789 begonnen wurde. Er überwindet die Wassserscheide Ostee – Mittelmeer, um die Haupt- und Residenzstadt Wien mit Brennholz zu versorgen. Zu Beginn dauerte die Reise der Scheiter, die ca. 1/2 Meter lang waren, 8 Tage bis nach Wien. Bis zu 1000 Holzarbeiter siedelten sich an der Strecke an, es entstanden Dörfer entlang des Kanals. Die Schwemme musste natürlich beaufsichtigt werden; an jeder Station waren etwa 20 „Triftleute“ – vornehmlich Burschen und Mädchen – damit beschäftigt, Verkeilungen zu lösen. Bei Jelenì wurde später auch noch ein Tunnel gebaut. Den wollte ich unbedingt sehen…

Schwemmkanal rauf und runter

Besichtung des Tunnels, Jause, dann den 25 km Schwemmkanal hinunter in Richtung Fähre nach Frymburk. Eine empfehlenswerte, schöne Abfahrt durch Wälder und Wiesen, immer den Kanal entlang auf brauchbarem Weg. Die warme Waldluft fegt weg und reinigt. Besonders beeindruckend ist Glöckelberg nahe der österreichischen Grenze, ein „Lost Place“ der besonderen Art.

Hinter-Glöckelberg

Am Ende ein Gewitter und dann wieder Sonne. Ein Zimmer und das Abendessen warten schon; auch eine schlechte Überraschung. Lernübung: Fahrräder haben einen Leerlauf, für den ein Bauteil in der Achse, eine Art Kupplung, verantwortlich ist. Funktioniert der nicht, drehen sich die Pedale beim Bergabfahren mit, was grad keinen schlanken Füß macht. Selbiges ist leider D. passiert. Der Versuch, das vor Ort bei einem Radsportladen zu lösen, scheitert. Was nun? Mit dem Zug nach Budweis, die Tour hat fertig.